Modernisierung & InnovationTechnische Einblicke

Software Asset Management auf IBM Z wird in vielen Organisationen auf eine einfache Formel reduziert:

Daten sammeln → verdichten → ins Repository laden → Standard-Reports erzeugen.

Auch IBM Z Software Asset Management (IZSAM) wird in vielen Umgebungen genau so genutzt – häufig für Lizenzreports oder generische Auswertungen.
Für unseren Anwendungsfall hat das jedoch nicht ausgereicht.

1. Ausgangslage: Konkrete Fragestellung statt Standard-Report

Im Projekt standen zwei konkrete Themen im Fokus:

  • Java 8 (31-bit) sollte abgelöst werden (technische Schuld)
  • Java 11 näherte sich dem End-of-Support

Die zentrale Frage war:

Welche fachlichen Programme nutzen diese Versionen tatsächlich noch?

Standard-Reports liefern hier oft nur Aussagen wie: „Java wird genutzt.“
Für eine gezielte Steuerung ist das nicht ausreichend.

2. Technische Grundlage: Usage Monitor und ZCAT

Die Datenbasis entsteht in mehreren Schritten:

  1. Usage Monitor sammelt sehr große Mengen an Nutzungsdaten
  2. ZCAT Utility verdichtet diese Daten („Condensing Usage Data“)
  3. Standardmäßig erfolgt danach der Import in das IZSAM Repository

Für uns war jedoch ein anderer Punkt entscheidend: Der durch ZCAT erzeugte Output selbst.

3. Unser Ansatz: ZCAT-Output direkt auswerten

Statt den klassischen Weg über das Repository zu gehen, haben wir:

  • den gleichen Input genutzt, den auch das IZSAM-Import-Utility verarbeitet
  • den ZCAT-Output direkt ausgewertet
  • und diesen mit eigenen Skripten (z. B. Python) geparst

Ziel war es, konkrete technische Referenzen sichtbar zu machen, insbesondere:

  • Ableitung fachlicher Anwendungen
  • Zugriffe auf definierte Java-Pfade
  • Zuordnung zu Jobs
  • Zuordnung zu User-IDs

4. Beispiel: Struktur des ZCAT-Outputs

Der ZCAT-Output liegt dabei als space-delimited Datei vor und kann direkt weiterverarbeitet werden.
Ein Auszug aus dem ZCAT-Output zeigt typische Referenzen:

Dieser Output enthält u. a.:

  • Job-/Task-Kontext (z. B. RSED)
  • Zeitstempel
  • vollständige Pfadangaben
  • Referenzen auf ausführbare Komponenten

Weitere Beispiele zeigen zusätzlich referenzierte Java-Bibliotheken:

5. Parsing-Logik: Vom Report zur Information

Wir haben den Output gezielt nach Mustern durchsucht:

  • definierte Java-Pfade (/usr/lpp/java/...)
  • spezifische Versionen (z. B. J8.0_64)
  • Referenzen im Ausführungskontext

Dabei wurden alle relevanten Zeilen extrahiert und angereichert.

Aus diesen Daten konnten wir ableiten:

  • welche Jobs Java aufrufen
  • welche User-IDs beteiligt sind
  • welche Programme konkret betroffen sind
  • welche Java-Version verwendet wird

Damit wurde aus einem technischen Report eine strukturierte Nutzungsanalyse.

6. Ergebnis: Java-Nutzung fachlich zuordnen

Durch die Kombination aus:

  • ZCAT-Output
  • Parsing
  • kundenspezifischer Zuordnung

konnten wir:

  • konkrete Anwendungen identifizieren
  • betroffene Fachbereiche adressieren
  • Nutzungsmuster sichtbar machen

Beispielhafte Erkenntnisse:

  • Programme nutzen weiterhin Java 8 31-bit
  • bestimmte Anwendungen laufen ausschließlich auf Java 11
  • einzelne Komponenten werden faktisch nicht mehr genutzt

7. Mehrwert im Projekt

Der entscheidende Unterschied lag nicht im Tool, sondern im Umgang mit den Daten.
Technisch haben wir damit bewusst einen Schritt im Standardprozess übersprungen und den Output früher im Datenfluss abgegriffen.

Durch unseren Ansatz konnten wir:

  • Migrationen gezielt steuern statt pauschal durchführen
  • technische Schulden konkret adressieren
  • Fachbereiche datenbasiert einbinden
  • unnötige Analyseaufwände vermeiden

Statt:

„Wir müssen alles prüfen“

konnten wir sagen:

„Diese Programme sind konkret betroffen.“

Vom ZCAT-Output zur konkreten Entscheidung

IZSAM und ZCAT liefern die Datenbasis.

Der eigentliche Mehrwert entsteht jedoch erst durch deren gezielte Auswertung.

Indem wir den ZCAT-Output direkt geparst und auf definierte Java-Pfade analysiert haben, konnten wir technische Informationen in konkrete Handlungsgrundlagen übersetzen:

  • für Java-Ablösungen
  • für die Zuordnung zu Anwendungen
  • für fundierte Modernisierungsentscheidungen

Nicht das Reporting war entscheidend, sondern die gezielte Interpretation des erzeugten Outputs.

IZSAM- und ZCAT-Daten gezielt nutzen

Living Mainframe unterstützt Sie dabei,

  • ZCAT- und IZSAM-Daten gezielt auszuwerten
  • eigene Parsing- und Analyseansätze aufzubauen
  • technische Nutzung mit fachlichen Anwendungen zu verknüpfen
  • Modernisierungsvorhaben datenbasiert zu steuern

Denn nicht jede relevante Erkenntnis steht bereits im Standardreport.